Donnerstag, 13. Februar 2014

Neues Kühn Projekt: Neuruppin 1933

Als ich letzte Woche in Neuruppin zu Gast war, konnte ich zwei spannende Akten heben.
In der einzigen Katholische Kirche in der Brandenburgischen Stadt Neuruppin schien in den 1930er Jahren der Platz nicht mehr ausreichend zu sein. Weswegen Carl Kühn, der sicher spätestens durch den Neubau in Lindow (von Wilhelm Fahlbusch) - und darauf bezogen - sein (bisher nicht aufgefundenes) Gutachten Lamellendächer im Bistum verhinderte.
Der damalige Lindower Bauherr und Pfarrer in Neuruppin sowie Erzpriester und Geistlicher Rat Joseph Röhnelt (bis 1937 vor Ort) scheint den Diözesanbaurat Kühn um einen Entwurf gebeten zu haben.
Entstanden ist ein Vorschlag, der eine mittelalterlich anmutende Choranlage sowie Erweiterungsbauten zweier Querschiffe vorsah. Für eine neue Sakristei fügte er in Manier eines Drei-Konchen-Chores (einer mittelalterlichen Chor-Abschlussform) Bauten an. Darin sollten neben der Hauptsakristei zwei Vorsakristeien entstehen.

Ansichten und Schnitte, Entwurf zur Erweiterung der Herz-Jesu-Kirche Neuruppin von Carl Kühn, 1933
Q: PfArchiv Herz-Jesu Neuruppin


Erwähnenswert ist, dass der Architekt der Kirche Franz Statz (1848-1930) ist. Er war, wie sein Vater Vincenz (1819-1898) zuvor, Dombaumeister in Köln und dann in Linz. Die Kirche in Neuruppin stellte er 1883 fertig. Über die mütterliche Seite (Sophia geb. Meckel) der Familie, ist Carl Kühn mit Franz Statz verwandt.

Ausschnitte vom Lageplan und Grundriss,
Entwurf zur Erweiterung der Herz-Jesu-Kirche Neuruppin von Carl Kühn, 1933
Q: PfArchiv Herz-Jesu Neuruppin


Warum es nicht zur Verwirklichung des Planes kam ist nicht geklärt. Es kann jedoch durchaus an politischen Fragen gescheitert sein.
Denn 1937 scheint für ein weiteres Projekt genügend Geld bei Gemeinde und Bistum vorhanden gewesen zu sein. Hierzu später mehr....

Montag, 10. Februar 2014

Eine Kirche für Neukölln

Seit einer Randbemerkung in einem Artikel in Berlin und seine Bauten, Teilband 6, Sakralbauten, suchte ich nach Material für die Aussage auch Hans Herkommer, ein bekannter, moderner Architekt aus Stuttgart, habe einen Entwurf für die spätere St.-Christophorus-Kirche geliefert.

Entwurf Hans Herkommers für die Neue Kirche in Neukölln, Q: Die Baugilde, 1928, S. 55


Es muss also einen Wettbewerb gegeben haben. Daran besonders: Zum einen, dass ein späterer "Star" der Kirchenbauszene sich um ein Berliner Projekt bemühte. Zum anderen ist der Entwurf Herkommers so radikal für die Raum- und Platzsituation vor Ort, dass das vielleicht gleichzeitig der Grund für eine Entscheidung zugunsten Kühns gewesen sein kann. Dessen Entwurf war wesentlich zurückhaltender.

Entwurf Kühns von 1931, Q: Chronik St. Christophorus Berlin-Neukölln


Doch die Umsetzung Kühns wirkt noch reduzierter als sein Entwurf. Da die links vom Turm geplante Bebauung nicht fertiggestellt wurde.

Für Freunde expressiver Architektur sicherlich bedauerlich, dass Herkommer nicht in Berlin baute.


Außenansichten kurz nach der Erbauung durch Kühn,
Q: Chronik St. Christophorus Berlin-Neukölln
(alle Abb. erneuert: 30.12.2014)




Weitere Informationen folgen hoffentlich bald...




Neue Kontaktmöglichkeiten

Wer von den Lesern direkten Kontakt zu mir sucht kann mich nun unter:

kunstgeschichte_kmanthey@yahoo.de

erreichen. Oder über das neu eingefügte Kontaktformular am Ende der Seite.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Ein Besuch in Lindow (Mark)

Am vergangenen Dienstag konnte ich ins Pfarrarchiv nach Neuruppin reisen. Dort wollte ich den Bestand sichten und wegen der Lamellendachfrage für Lindow recherchieren. Dazu habe ich bisher nichts finden können jedoch dafür machte ich einen anderen Kühn-Fund (später mehr). Dankenswerterweise nahm mich ein Mitglied des Kirchenvorstandes mit nach Lindow. So konnte ich Fahlbuschs Werk endlich selbst sehen. Für 2014 wird es dort die erste Einsiedelei im Erzbistum Berlin geben. Ich bin sehr erfreut, dass solch ein neue, kontemplativer Weg beschritten wird und das vergessene Kirchlein wieder eine Nutzung erfährt. Wir dürfen gespannt sein.

Richtfest in Lindow, 1931, Q: PfArchiv Herz-Jesu, Neuruppin



Das im November 1931 geweihte Gotteshaus wurde von Wilhelm Fahlbusch mit viel einheimischer Hilfe erbaut. Es liegt nahe dem mittelalterlichen Kloster Lindow. Hier war zur Erbauungszeit der St.-Josephs-Kirche ein evangelische Damenstift. Sicher waren dies ebenfalls Gründe für den Bauherren, den Neuruppiner Pfarrer Röhnelt hier zu bauen und für den Architekten sich mit seinem Klosterziegelbau, der - in jenen Tagen der Bistumsgründung - viel gerühmten katholischen Tradition der Mark Brandenburg an zu nähern.

Es wurden so viele Gäste zu Einweihung erwarte (weit über 400), dass der Bauvereinsvorsitzende in der Zeitung darauf aufmerksam machen musste, dass erst zur Predigt von Bischof Schreiber(11:30 Uhr) vor der Kirche und dem anschließende Festzug freier Einlass gewährleistet sei.


St. Joseph in Lindow (Mark) im Februar 2014, Foto: K. Manthey



Mittwoch, 5. Februar 2014

Kirchenführung, heute (5.2.2014) in Herz Jesu Zehlendorf

Heute führe ich durch die Kirche Herz Jesu von Christoph Hehl.
Hier war auch Carl Kühn tätig. Es war seine Heimatgemeinde.
Schwerpunkt bilden heute Abend die Bildteppiche - in Berlin einmalig.
Beginn um 18 Uhr der Einritt ist frei.


http://www.erzbistumberlin.de/kultur/kirche-kunst-kultur/kirchenfuehrungen/