Donnerstag, 20. März 2014

Neue Kühn-Kirche: Kreuz Ostbahn

Da bereitet man sich mal auf einen Vortrag vor und findet in den Protokollen des Bonifatiusvereins eine bisher unbekannte Kirche Kühns. Herz Jesu in Kreuz Ostbahn, wurde anscheinend 1936 gebaut. Nachdem verschiedene Entwürfe nicht die Zusage des Bonifatiusvereins in Paderborn und dessen Gutachters Max Sonnen erhielten. Vermittelte dieser an Diözesanbaurat Kühn.
Kühn scheint dann das Projekt für die Freie Prälatur Schneidmühl fertiggestellt zu haben. War die Kirche damals eine repräsentative Diasporakirche, die sogar Zwei Türme haben konnte, ist es nun eine von zwei Pfarrkirchen in Krzyż Wielkopolski. Das nun fast vollständig katholisch ist (6500 Einwohner) auch die alte evangelische Stadtkirche betreibt nun die Katholische Pfarrei.
Der Bauherr war gleichzeitig der Vorsitzende des Diözesan-Bonifatiusverein für die Freie Prälatur, Probst Msgr. Petzelt. Vermutlich kam daher auch die Vermittlung Kühns über den Gutachter Sonnen zu Stande.

Herz Jesu in Krzyż Wielkopolski (Kreuz Ostbahn), Q: Wikipedia



Freitag, 7. März 2014

Neues Kühn-Projekt: Neuruppin 1937

Auch wenn die Erweiterung der Kirche nicht durchgeführt wurde hatte der neue Pfarrer von Neuruppin, Mosko, ein neues Projekt in Planung. Diesmal ging es um die Erweiterung der beiden zu Gemeinde gehörenden Gebäude, Pfarr- und Schulhaus.

Grundriß, 1937, Q: PfArchiv Herz Jesu Neuruppin




In einem Brief von Pfarrer Mosko an das Bischöfliche Ordinariat in Berlin (BO) vom Oktober bittet er um zügige Bewilligung und Auftragsvergabe, damit vor dem Winter begonnen werden könne. Geld sei aus vorherigen Baurücklagen also vermutlich denen der gescheiterten Kirchenerweiterung von 1933 vorhanden. Angebote von drei Baufirmen waren angefügt. Das Diözesanbauamt sollte federführend den Bau betreuen, den man weitere Schäden vermutete. Grund für die Pläne waren starke bauliche Mängel die zuvor durch Carl Kühn vor Ort festgestellt wurden. Im Zuge einer Sanierung sollte die Raumausnutzung erhöht werden. Der Pfarrer betonte in dem Schreiben ebenfalls, das Vorhaben würde nicht gegen den Vier-Jahres-Plan verstoßen. Realisiert wurde die Erweiterung mit kolonadenähnlichem Eingangsbereich nie. Hieran zeigt sich wie viele Pläne nach 1933 nicht realisiert werden konnten.


Ansicht, 1937, Q: PfArchiv Herz Jesu Neuruppin



Donnerstag, 6. März 2014

Bericht Paderborn 3

Nun war ich wieder 2,5 Tage in Paderborn und konnte die Archive des Bonifatiuswerkes einsehen.
Dabei ist einiges zur Struktur der Kirchenfinanzierung in der Diaspora (also auch Berlin, Brandenburg und [Vor-]Pommern) zu Tage gekommen. Auch die Lamellendachfrage ist wieder aufgetaucht und zwar als wirklich großes Thema beim Bonifatiusverein um 1930. Weiteres dann auf der Tagung: Die katholische DIASPORA.

Link zum Programm bei H-Soz-u-Kult

Samstag, 1. März 2014

Entwürfe für die Diaspora 6: Auflösung

Die in den vergangenen Tagen vorgestellten Entwürfe waren alle für eine katholische Kirche in Lindow.
Weswegen in der Diaspora Brandenburgs solche ein Aufwand mit mindestens 4 Entwürfen von mindestens 4 Architekten betrieben wurde bleibt weiterhin unklar. Ein Ausschreibungstext konnte bisher nicht gefunden zu werden. Der Bauherr Pfarrer Röhnelt zeigte sich bei diesem Projekt als ein sehr engagierte Bauherr, der sich bis hin zu Ausstattung des Kirchleins sehr einsetzte.
Ein Grund dafür könnte die ausgezeichnet gute Lage über dem Wutzsee sein oder mit dem ehemaligen Kloster in Lindow zu tun gehabt haben. Welches damals bereits von evangelischen Stiftsdamen bewohnt wurde. Zumindest war rund um die Zeit der Bistumsgründung, 1930, die ganze Katholische Berliner Welt sehr auf Anknüpfung an vorreformatorische Tradition der Kirche in der Mark bedacht.

Entwurf: J. Bachem, Februar 1930

Entwurf: R. Waller, März 1930

Entwurf: M. Sonnen, Februar 1930
Entwurf: W. Fahlbusch, Oktober 1930
QUELLE ALLER ENTWÜRFE: Pfarrarchiv Herz Jesu, Neuruppin


Wie ich aus einem Briefwechsel von Max Sonnen, der gleichzeitig Gutachter für den Bonifatiusverein, entnehmen konnte war die gewählte Dachkonstruktion der Entwürfe von Waller und des Sonnenentwurfs, ein sogenanntes günstigeres Zollinger-Lamellendach. Welches sich unter der markanten spitz zulaufenden Giebelform erkennen lässt. Kühn scheint als Diözesanbaurat dagegen votiert und sich durchgesetzt zu haben. Der aus dem Wettbewerb hervorgegangene Sieger war Wilhelm Fahlbusch, sein Entwurf stammt erst vom Oktober 1930. Er fand für die St.-Josephs-Kirche eine sehr interessante Dachkonstruktion. Die sich aus meiner Sicht als bewusste Reaktion auf den Dachformstreit lesen lässt. Eine Holzdecke mit dreieckig zulaufenden Längsbalken.


Holzdecke, Zustand Februar 2014