Samstag, 25. Oktober 2014

St. Bonifatius Calau

Heute konnte ich einen kleinen Abstecher nach Calau im Spreewald machen.
Die dortige St. Bonifatius-Kirche war mein Ziel.

Eine Allee führt zu kleinen Kirche,
Ansicht von der Karl-Marx-Str.
Foto: K. Manthey, 2014

Heutige Innenansicht mit Zugankern,
Foto: K. Manthey, 2014
Die Kirche wurde 1930 gebaut und gehörte als Filiale nach Cottbus. Sie gehört zu den Lamellendachkirchen in der Region. Diese Dachbauform war einige Zeit die Hoffnung auf effiziente Kirchenkonstruktion (Artikel zu Lamellendächern im Kirchenbau).

Richtfest 1930, klar zu erkennen die Lamellendachkonstruktion,
Q: Chronikaushang in St. Bonifatius Calau
Mittlerweile ist die Kirche Teil der Gemeinde Lübbenau.
Bemerkenswert ist der bauzeitliche Corpus des Altarkreuzes.

Kreuz aus der Erbauungszeit,
Foto: K. Manthey, 2014
Die Stahlanker zur Stabilisierung kamen bei einer Sanierung in den 1970er Jahren in die Kirche.
Der Chorturm erinnert an die Bauidee Clemens Holzmeisters einen lichten, hellen, mystischen Altarraum zu schaffen.
Der Bau wurde vom Cottbuser Architekten Hubert Schmidt realisiert. Er gab 50% Honorarnachlass.
Der Bonifatiusverein finanzierte einen Großteil der Bausumme von ca. 35-40 Tausend RM.

Link zu Historische Fotografien



Sonntag, 19. Oktober 2014

Zahlen zum Baubestand

Derzeit arbeite ich fleißig und stelle einen Artikel fertig. Dafür habe ich einmal eine meiner Tabellen teil ausgewertet und fand einen hohen Anteil von Kühn-Projekten. Ja, er war Diözesanbaurat und präsent. Dennoch bin ich von der hohen Anzahl überrascht.
Zwischen 1926 und 1940* entstanden nach meinen Recherchen 101 Sakralbauten (Kapelle, Kirchen, Notkirchen bei einem Bestand von insgesamt 290-300. Davon waren 33 von Carl Kühn, 
11 von Josef Bachem, 7 von Hermann Bunning, 6 von Wilhelm Fahlbusch, 4 von Josef Bischof, je 3 von Josef Weber sowie Martin Braunstorfinger. 

Viele weitere vorher sehr aktive Architekten sind in diesem Zeitraum mit nur einer Kirche vertreten wie August Kaufhold. Auch Carl Kühn hatte zuvor schon einige Kirchen gebaut. Ebenso wie natürlich viele andere. 

Wenn bisher 67 zuordnen können, von wem sind die weiteren 34? 
Außerdem gab es gerade in dieser Zeit viele Entwürfe, die durch andere oder gar nicht realisiert wurden.
Eine spannende, intensive Bauzeit im jungen Bistum.

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*1926 weil ab dann Bauten systematisch durch den Bonifatiusverein mit bis zu 75% gefördert wurden (wichtig für den Artikel); der letzte Kirchenbau für Berlin ist St. Konrad in Berlin-Falkenberg von Josef Bachem, 1940. 

Montag, 13. Oktober 2014

Idealkirche

Vor kurzem las ich wieder in Robert B. Wittes, Das Katholische Gotteshaus von 1939.
Darin werden viele Idealpunkte genannt, die beim Bau einer Kirche zu berücksichtigen seien.
Darunter sind Punkte wie erhöhte Lage, großes Gelände, keine störende Umgebung oder Fernwirkung.
Auch wenn die Heilig Kreuz-Kapelle in Mildenberg (Pfarrei Templin) eine Kleinkirche ist, erfüllt sie all diese Vorstellungen. Auch die kolorierte Ansicht vom Bauplan zeigt dies deutlich.

Ausschnitt Bauplan von Carl Kühn, 5.10.1935, Q: PfArchiv Templin