Montag, 24. November 2014

Christus König

Wieder schloss gestern des Kirchenjahr mit dem Christkönigsonntag.
Da musste ich doch gleich an die Kirche von Kühn in Adlershof denken, zu der ich bereits letztes Jahr schrieb (Link), nun ist der Beitrag auch wieder bebildert.

Ich habe noch einmal mein Material durchforstet und folgenden Plan entdeckt. Er zeigt die 1928 bereits vorhandene und im Mai 1939 (soweit richtig entziffert) wiederaufgenommene Planung für einen Kindergartenanbau links vom Kirchturm.

Plan zum Erweiterungsbau von Carl Kühn, vermtl. 1939
Q: PfArchiv Christus König, Berlin-Adlershof

Detail des Planes mit Stempel und Datum, 17.5.1939, oder?
(Keine Angst, trotz Wasserzeichen, ich bin nicht der Bauherr...)
Q: PfArchiv Christus König, Berlin-Adlershof

Sollte das Datum stimmen wäre auch dies ein Beleg für Probleme bei der Umsetzung katholischer Bauprojekte während der NS-Zeit.

Mittwoch, 19. November 2014

Lösung Bildrätsel: Nachkriegskirche

Als ich die Bilder von Maria Frieden fand war ich erst einmal irritiert.
Diese bauzeitlichen Schwarzweiß-Aufnahmen entfalten eine besondere Wirkung.

Ein wirklich aufgespanntes Zelt, wie die der Gründerväter in den Urgeschichten des Alten Testaments.
Doch Philipp konnte die Frage schnell über Facebook beantworten. Herzlichen Glückwunsch, ein Preis geht dir zu (und natürlich war der Dienstag der 18.11.).


Seitenansicht, rechts verläuft die Kaiserstraße


Die Kirche ist eine von 6 Arbeiten Günter Maiwalds im Berliner Stadtgebiet. Erbaut 1967-69, teilweise sind die geätzten Aluminiumfronten der Türen von Paul Corazolla zu sehen. Die Hauptportale thematisieren Frieden und Unfrieden (s. Bild in der Mitte).
Seit 1988 findet sich ein Triptychon von Otto Dix in der Seitenkapelle der Kirche. Dieses Werk malte der bekannte deutsche Künstler während seiner Kriegsgefangenschaft 1945/46 bei Colmar. Es wird "Unsere Liebe Frau mit den Stacheldraht" genannt.

Blick von der Kaiserstraße, faszinierende Wirkung des Sichtbetons


In Mariendorf gab es seit 1919 von Herz Jesu in Tempelhof ausgehend eine Gemeinde. Ab 1929 bestand eine vermögensrechtliche eigenständige Kuratie, ab 1934 eine Notkirche von Martin Braunstorfinger. Auch Entwürfe von Clemens Holzmeister für eine Kirche in Mariendorf sind bekannt.

Seltener Anblick von der Rückseite
Alle Bilder auch das vom 15.11.2015, Q: Bildarchiv der Kunstbeauftragten

Samstag, 15. November 2014

Bildrätsel: Nachkriegskirche

Vergangene Woche habe ich einige eindrucksvolle schwarz-weiß Fotos gefunden.
Wer (er)kennt diese Kirche?

Freue mich über Rater (bis Dienstag, 17.11.), ich finde sicher auch noch einen kleinen Buchpreis...


Montag, 10. November 2014

Aquarelle von St. Hedwig 3

In der Bibliothek der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) fand ich eine Mappe mit Bilder unserer Kathedrale von 1946. Diese Aquarelle stammen von Carl Loewe,
einem Oberregierungsbaurat a.D.. Hier das letzte Bild der Serie. Kennt jemand diesen Architekten?

Carl Loewe: Berlin Hedwigskirche, 1946
Innenansicht der Ruine



Sonntag, 9. November 2014

Gott sei Dank...

Die Mauer vom Westen her gesehen, Berlin Mitte der 1980er Jahre, Foto: Erika Streicher
Q: Bildarchiv der Kunstbeauftragten, Bestand: Streicher/ Drave



... die Mauer ist weg. Im DANKBAREN Gedenken an den friedlichen Mauerfall vor 25 Jahren.
Geeint wurden ein ganzes Land, unsere Stadt und unser Bistum Berlin.


Freitag, 7. November 2014

Eine Kirche von Dominikus Böhm für Berlin?

Auf der Suche nach Material zum katholischen Kirchenbau in Berlin und zu Kühn habe ich vor kurzem das Bundesarchiv in Berlin besucht. Zu Kühn direkt fand ich nichts doch dafür tat ich einen Entwurf von Dominikus Böhm auf. 

Es handelt sich um einen Entwurf für Berlin-Reinickendorf OT Wittenau. 
Anscheinend plante man 1938 eine Notkirche. In der Böhm-Überlieferung ist ein Projekt für eine Klostergemeinschaft überliefert jedoch bereits 1934. Ob das frühe Projekt mit den von Böhm eingereichten Plänen identisch ist bleibt ungeklärt. 

Als Bauherr des späten, nicht realisierten, Baus unterschreibt jedoch ein Pater. Dieser Pater Liborius Körner OESA gehörte zu den Augustiner-Eremiten (heute: Augustinerorden, OSA), die ab 1935 in St. Rita, Reinickendorf, ihre Wirkungszentrum fanden.
Zuvor wohnten die Patres in der Oranienburger Straße unweit der heutigen St. Nikolaus-Kirche.
Weitere Infos dazu hier.

Grundrisse und Schnitte, Dominkus Böhm, 1938
Q: BArch R 4606/2358


Ansichten, Dominkus Böhm, 1938
Q: BArch R 4606/2358

In der Fassadenansicht findet sich die für Böhm typische Rosette, ein direktes historisches Zitat. Wirken seine Bauten, wie auch dieser Entwurf eher wuchtig romanisch, so ist solch eine Fensterrosette eher eine gotisches Replik.

Dominikus Böhm hat neben anderen bekannten Kirchenbauern, wie seinem zeitweiligen Partner Martin Weber, Hans Herkommer oder Clemens Holzemeister in den späten 1930er Jahren Entwürfe für Kirchenbauten in Berlin geliefert.
Lediglich Holzmeister realisierte mit St. Adalbert und dem Umbau der St. Hedwigs-Kirche zwei davon.

Weswegen die "Stars" der Kirchenbaus nicht zum Zuge kamen ist nicht ganz klar.
Vermutlich waren Ihre Projekte zu teuer oder stießen bei den stilistisch eher konservativen Berliner Katholiken auf zuviel Gegenwind. Ebenso kann ein Projekt wie dieses von 1938 bereits an den Kriegsplanungen der Nationalsozialisten gescheitert sein.

Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt (GBI), Albert Speer und seine Mitarbeiter, in deren Bestand beim Bundesarchiv die Akte zu finden ist, hatten keine Einwände. Wittenau war weit genug weg vom Stadtzentrum und störte somit die Germania-Utopie nicht.

Fast hätten wir auch ein Böhm-Kirche bekommen... Schade.

Vielen Dank an das Bundesarchiv für die Möglichkeit der Veröffentlichung.

Donnerstag, 6. November 2014

Aquarelle von St. Hedwig 2

In der Bibliothek der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) fand ich eine Mappe mit Bilder unserer Kathedrale von 1946. Diese Aquarelle stammen von Carl Loewe,
einem Oberregierungsbaurat a.D.. Hier das zweite Bild. Kennt jemand diesen Architekten?

Carl Loewe: Berlin Hedwigskirche, 1946
Blick durch das Mittelportal

Mittwoch, 5. November 2014

Neubarock im Hinterhof

Im Sommer entdeckte ich auf der Suche nach Carl Kühn in einer der wichtigen Mutterpfarreien des Erzbistums, Pläne zur ersten St. Laurentius-Kirche in der Bandelstraße in Berlin-Moabit.
Hierbei handelt es sich um einen Kirchenbau von Wilhelm Frydag von dem wir bisher wenig wissen.
Auch eine Fotografie war dabei. Er baute eine dreischiffige Seitenschiffkirche in einem Moabiter Hinterhof. Davon zeugen die Abbildungen.
Im Krieg zerstört, baute Felix Hinssen die Kirche 1952 wieder auf, jedoch dürfte von der Wirkung des ersten Baues wenig übrig geblieben sein.
(Link zum Wikipedia-Artikel)

Seitenansicht der Hofkirche

Querschnitt mit Blick zum Altar

Photo eines Altarmodells, vermutlich für den Hochaltar,
Alle Abbildungen Q: PfArch St. Sebastian, Berlin

Dienstag, 4. November 2014

Aquarelle von St. Hedwig 1

In der Bibliothek der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) fand ich eine Mappe mit Bilder unserer Kathedrale von 1946. Diese Aquarelle stammen von Carl Loewe,
einem Oberregierungsbaurat a.D.. Kennt jemand diesen Architekten?


Carl Loewe: Berlin Hedwigskirche, 1946
Blick auf die Ruine der Kathedrale St. Hedwig


Eine Signatur Loewes auf einem der Bilder




Montag, 3. November 2014

Vortrag in Schwerte

Wenn die Bahn fährt, werde ich am 8.11. einen Vortrag um 15 Uhr in der Akademie Schwerte halten:
Carl Kühn (1873-1942) – Kirchenbauten für das junge Bistum Berlin. 
Zwischen Moderne und Tradition in der Diaspora

Das ganze im Rahmen der Jahrestagung des Schwerter Arbeitskreises für Katholizismusforschung.
Herzliche Einladung!

Link zum Programm

Kühn als Künstlerischer Leiter

Auch im Bereich der Großveranstaltungen war Kühn tätig.
Nun fand ich  den Nachweis, dass er die Bauten und Ausschmückungen beim
28. Märkischen Katholikentag im Stadion Grunewald gestaltet hat. Josef von Fielitz hatte die künstlerische Oberleitung.
Dieses Treffen war aufgrund der bevorstehenden Einsetzung des 1. Bischofs und der endgültigen Autonomie Berlins als Diözese besonders wichtig für die Katholiken aus der Region.

Titel des Programheftes,
Q: PfArch Heilige Familie Berlin-Lichterfelde
Dieses Großereignis soll von 50000 Menschen besucht worden sein. Im Zentrum stand ein 15 m hohes Kreuz, welches demnach von Kühn war.

Vermutl. Ein- oder Auszug zum 28. Märkischen Katholikentag,
Q: BArch, Bild 102-10030 / CC-BY-SA ( Fundort: s. unten)


"Der grosse märkische Katholikentag im Berliner Stadion! Der päpstliche Nuntius in Berlin, Monsignore Cesare Orsenigo, zelibrierte persönlich vor über 50tausend Menschen die heilige Messe. Der feierliche Zug, inmitten der päpstliche Nuntius Monsignore Cesare Orsenigo, bewegt sich durch das Stadion. Im Hintergrund der Altar mit dem 15 m hohen Kreuz."
(Text auf dem Bild aus dem Bundesarchiv, zitiert nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_102-10030,_Berlin,_M%C3%A4rkischer_Katholikentag_im_Stadion.jpg; Zugriff: 3.11.2014) 

Bereits vor längerem wurde bekannt, dass er auch 1935 bei der Einführung Konrad Graf von Preysings die Ausgestaltung erledigte (Link zum Artikel).