Mittwoch, 31. Dezember 2014

Jahresrückblick 2014: Statistik und Highlights

Ein Jahr geht zu Ende. Vielen Dank fürs Lesen und ein gesundes Neues Jahr!

Statistisch hatte dieser kleine Blog 2014 insgesamt 6732 Zugriffe, davon war der November mit 979 der besucherstärkste Monat. Insgesamt wurden 67 Posts veröffentlicht damit lag ich 2014 zwar unter meinem Jahresdurchschnitt von 80 Posts (seit August 2012, 187 Posts und 19102 Zugriffe), dafür wurden jedoch deutlich mehr Artikel veröffentlicht.

Noch einige Highlights aus 2014

Februar: St. Christophorus Neukölln, eines meiner Lieblingsbeispiele.
März: Neuentdeckt: Herz Jesu in Kreuz, Kühn östlich der Oder und Skizzen dazu vom Juni.
Oktober: Besuch in Calau (Spreewald), auch hier ein Lamellendach.

Übrigens, seit heute ist wieder jeder Eintrag intakt bebildert. Viel Spass beim Studieren!

Montag, 29. Dezember 2014

Hermann Bunning

Allein die Anzahl von Hermann Bunnings Bauten macht ihn zu einer Berliner Kirchenbaugröße.
zwischen 1898 und 1929 sind mindestens 15 Kirchen von ihm entworfen und meist auch als Bauunternehmer gebaut worden.

Hermann Bunning stammt aus dem Oldenburger Land und war durch seine Herkunft sehr katholisch geprägt. Er wurde 1868 geboren und starb am 23.8.1930.

Bereits 1895 eröffnete er ein Baugeschäft in Berlin, mit 27 Jahren. Vermutlich war er kein akademisch ausgebildeter Architekt, was ihn sicherlich Probleme eingebracht hat.
Gab es doch später auch bei kirchlichen Bauherren Vorbehalte gegenüber "Alleskönnern" nicht zuletzt wegen der Forderungen des Geldgebers Bonifatiusverein in Paderborn (mehr darüber in meinem geplanten Artikel: Das Bistum Berlin und der katholische Diasporakirchenbau. Sakralarchitektur zwischen stilistischen und finanziellen Debatten (1920-40), für das Wichmannjahrbuch 2014/2015, in Vorbereitung).

Doch Hermann Bunning war gut aufgestellt. Er war Unterhändler bei Grundstückskäufen für Gemeinden und den Gesamtverband der Katholischen Kirchengemeinden Groß-Berlins (gegr. 1906, aufgelöst 1977 in Berlin-West). Auch die Entwicklung der Seelsorgestellen hatte Bunning durch eigene Pläne unterstützt. Da er in der Lage war vom Entwurf bis zu Fertigstellung alles zu erledigen, war er sicher auch ein willkommener Geschäftspartner.

Bunning baute neben Kirchen, Krankenhäuser, Pfarrhäuser, Ordens-und weitere caritative Einrichtungen. Mitten in den Arbeiten zum St. Gertrauden-Krankenhaus verstarb er.
Mindestens 30 Gebäude für kirchliche Träger hat er als Bauunternehmer errichtet. Neben den eigenen Entwürfen eben auch Pläne von Architekten wie Engelbert Seibertz, Wilhelm Frydag, Christoph Hehl, Josef Weber oder eben auch zweimal von Carl Kühn. Für Kühn baute er die St. Norbert-Kirche in Schöneberg (1916 kons.) und die  Kirche Heilige Familie am Humannplatz  (1930 kons.).

Ähnlich wie Carl Kühn ist Hermann Bunning eine Baumeisterpersönlichkeit, die durch das 19. Jahrhundert geprägt, lange und kontinuierlich für das katholische Berlin tätig war. Bunning galt vielen als historistischer Garant. Im Vergleich zu Kühn, der ihn um 12 Jahre überlebte, hatte er als privatwirtschaftlicher Bauunternehmer sicherlich andere Möglichkeiten aber auch Zwänge.

Nach seinem Tod wurde das Geschäft von seinen Kindern zusammen mit einem Architekten Kramer weitergeführt. Inwieweit diese noch Einfluss im kirchlichen Kontext hatten ist unklar.


Das St.-Gertrauden-Krankenhaus von H. Bunning,  Q: Schubert: Bistum Berlin, 1932, S. 126.



weiterführendes auf diesem Blog:

Neubarock im Hinterhof, zur alten St. Laurentius-Kirche (ein Bau der Firma Bunning)
Mein Artikel zu Kirchen mit Lamellendächern (Bezüge zu Bunning)
Einige Zahlen zum Kirchen-Baubestand

Samstag, 27. Dezember 2014

Josef Weber

In den 1920er und 30er Jahren treten im katholischen Kirchenbau im Berliner Bereich, für mich, neben Carl Kühn vor allem Wilhelm Fahlbusch, Hermann Bunning und Josef Weber in Erscheinung.

Mit diesem befasst sich der heutige Beitrag, auch wenn die ermittelte Bauwerke-Anzahl Weber für 1926-40 eher in das hintere Mittelfeld bringen, war er ebenso wie die anderen genannten Herren im katholischen Sektor gut aufgestellt und hatte als Bauberater für den Gesamtverband der Katholischen Kirchengemeinden Groß-Berlins eine wichtige Rolle.
Josef Weber gehört neben Fahlbusch zu den Wiederaufbauern des Bistums. Bunning und Kühn verstarben bereits vor Kriegsende (1930 bzw. 1942).

Dank der Recherchen von Peter Jung, Berlin, lässt sich zu Weber biografisches folgendes sagen:
Josef Weber ist am 08.06.1891 in Berlin geboren und am 13.01.1971 ebendort gestorben. Er war verheiratet mit Sophia Weber.

Briefkopf von Josef Weber aus einem Brief von 1952, Q: PfArch St. Michael, Berlin Mitte



Die bisher bekannten Bauten sind:
St. Clemens, 1910/11, Entw. Bunning und Weber; der Altarraum in St. Laurentius, 1924;
die St. Carolus-Kapelle, Berlin-Grunewald, 1929; Mater dolorosa, Berlin-Buch, 1936;
die Maria-Hilf-Kirche, Schwanebeck OT Gehrenberge 
sowie nach dem 2. Weltkrieg:
Der Umbau von Herz-Jesu, Berlin Prenzlauer Berg, 1946 und der Umbau von St. Michael, Berlin-Mitte, bis 1963.

Die Akten zu Herz-Jesu erwähnen Josef Weber als Diözesanbaurat, was er höchstens kommissarisch für kurze Zeit hätte sein können, denn ab 1946 hatte Felix Hinssen dieses Amt inne.


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Segensreiche Weihnachten

Liebe Leser,
vielen Dank für das Interesse an meinen Notizen.
Ihnen allen frohe, gesegnete und auch besinnliche Weihnachten.
Nicht allein ein Kind kam in die Welt - es ist das Licht,
das für uns Christen nichts weniger als das Heil bedeutet.
Kommt lasset uns anbeten!

Eine Krippe des Berliner Pfarrers und Künstlers Melchior Grossek,
Q: Schubert: Bistum Berlin, 1932, S. 92







































Lassen Sie sich beschenken und es sich gut gehen!


Ihr
K. Manthey

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Neue Führungsreihe 2015: Kapellen

Die Kunsthistorikerin und Kunstbeauftragte des Erzbistums Berlin, Fr. Dr. Christine Goetz führt 2015 an jedem 1. Monatsmittwoch ab 18 Uhr in Kapellen im Erzbistum. Bei den Vorbereitungen durfte ich helfen.
Viele Sakralbauten, die sonst aus dem Blick geraten sind, werden so zum Mittelpunkt.
Beginnen wird die Führung mit den beiden Kapellen in der KHSB in Karlshorst. Die heutige Aula, war die Kapelle des ehemaligen Krankenhauses. Die Neue Kapelle wurde bei der Sanierung durch Nobert Radermacher, 2001, gestaltet.

St. Antonius-Krankenhaus, zur Erbauungszeit (1930), Q: Schubert:Bistum Berlin, 1932, S. 123 


12 sehr spannende Glaubensorte stehen auf dem Programm. Herzliche Einladung!


Sonntag, 21. Dezember 2014

St.-Nobert-Krankenhaus 3: Die Lösung

AUFGRUND NEUER ERKENNTNISSE IST DIE HIER GEMACHTE VERMUTUNG
JOSEF WEBER SEI DER ARCHITEKT UNZUTREFFEND!
Siehe Beitrag vom 30.3.2015: St. Norbert Berlin-Schöneberg

Seit Beginn 2013 hat mir das St.-Norbert-Krankenhaus und sein Architekt Rätsel aufgegeben
(Link zu Post 1 und zu Post 2).

Nun fand ich beim Lesen die Lösung. In: Georg Schubert (Red.), Das Bistum Berlin, Berlin 1932, findet sich eine Art Nachruf auf Hermann Bunning. Dort findet sich auch eine Liste der Bauten, die sein Baugeschäft errichtete oder die er entwarf. Auf S. 147 findet sich "Norbert-Krankenhaus (Entwurf Arch. Weber)". Hier handelt es sich vermutlich um Josef Weber. Ihm soll demnächst ein eigener Artikel gelten. Das, durch die St. Matthias-Kirchengemeinde in Schöneberg in Auftrag gegebene, Krankenhaus wurde 1914 fertiggestellt und durch Dominikanerinnen betrieben. Es hatte 1932 250 Betten.

 St. Norbert-Krankenhaus, Berlin-Schöneberg,
Q: Schubert: Bistum Berlin, 1932, S. 109

Ob Weber auch die angrenzende St. Norbert-Kirche bauen sollte, die 1916 eingeweiht wurde und von Kühn stammte ist unklar.

Damit ist von Kühn bisher nur das Monika-Stift in Berlin-Lankwitz, das für Wöchnerinnen 1913/14 errichtet wurde, als im Sozial- bzw. Krankenhausbau bekannt

Das Monika-Stift, Q: Schubert: Bistum Berlin, 1932, S. 126

Samstag, 20. Dezember 2014

2014 Endspurt

Da ich auch im letzten Monat nicht ganz untätig war, es jedoch leider nicht schaffte hier zu bloggen, sollen nun zum Jahresende viele meiner Ergebnisse hier geteilt werden.
Es wird wieder um das St.-Norbert-Krankenhaus gehen, um andere Kirchbaumeister wie Bunning und Weber, über katholische Künstler und natürlich im Carl Kühn.

Vielleicht gelingt es mir auch die Bilder in den alten Posts (vor Februar 2014) wieder komplett einzustellen. Ich hoffe es bleibt spannend.

Für mich war dieser Blog 2014 eine große Hilfe und oft auch Ansporn. Danke fürs Lesen!